Der Schriftsteller und Philosoph Salomo Friedlaender(1871 Gollantsch bei Posen – 1946 Paris), der sich als Synthese von Immanuel Kant und Charlie Chaplin verstand, wuchs in einer jüdisch-liberalen Familie auf. Er studierte Medizin, später Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte. Friedlaender promovierte über Schopenhauer und veröffentlichte 1911 die Schrift „Friedrich Nietzsche, eine intellektuelle Biographie“. Im Jahr 1906 zog er nach Berlin, wo er Paul Scheerbart, Ludwig Meidner, Alfred Kubin, Raoul Hausmann und Johannes Baader kennen lernte. Gemeinsam mit Hausmann und Baader plante er 1915 die Herausgabe einer Zeitschrift mit dem Titel Die Erde. Friedlaender schrieb auch für Die Aktion, Der Sturm und Die Neue Jugend. Im Jahr 1919 gründete er mit dem Stirnerbund einen Verein für „individualistische Kultur“. Unter seinem Pseudonym Mynona (der Umkehrung von „anonym“) veröffentlichte er zahlreiche Grotesken. Friedlaenders philosophisches Hauptwerk „Schöpferische Indifferenz“ erschien 1918. In welchem Ausmaß seine philosophischen Arbeiten die Berliner Dadaisten beeinflussten, belegt eindrucksvoll das Hannah-Höch-Archiv der Berlinischen Galerie. Friedlaender emigrierte 1933 nach Paris, wo im Jahr 1946 verstarb.
Ein Teilnachlass von Salomo Friedlaender/Mynona konnte im Jahr 2000 mit Unterstützung der Preußischen Seehandlung erworben werden. Er umfasst Dokumente von und über Mynona und Paul Scheerbart, Texte, Einladungen zu Lesungen, Programmzettel und Fotografien.

